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Grafik: Kopf im Profil, der Schmerz zieht vom Nacken über den Hinterkopf nach vorn zur Stirn

Zervikogener Kopfschmerz – wenn der Kopfschmerz vom Nacken kommt

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Viele Menschen mit Kopfschmerzen spüren auch ihren Nacken. Daraus folgt aber noch nicht, dass der Kopfschmerz vom Nacken kommt. Einen Kopfschmerz, der tatsächlich aus der Halswirbelsäule stammt, nennen Fachleute zervikogen. Ich erkläre hier, woran man ihn erkennt, wie häufig er ist und wie er sich von Migräne und Spannungskopfschmerz unterscheidet.

Wie kann der Nacken Kopfschmerzen machen?

Die Nerven aus den oberen Halssegmenten und der Trigeminusnerv, der Gesicht und Stirn versorgt, laufen im Hirnstamm an derselben Stelle zusammen. Dort kann das Gehirn nicht immer unterscheiden, woher ein Schmerzsignal kommt. Ein Reiz aus den oberen Halsgelenken oder Nackenmuskeln kann darum als Schmerz am Hinterkopf, an der Stirn oder hinter dem Auge empfunden werden. In Versuchen hat man das gezeigt: Werden Gelenke und Muskeln der oberen Halswirbelsäule gereizt, entsteht Schmerz im Kopf. Mehr zum Trigeminusnerv steht auf der Seite Der Trigeminusnerv.

Was das Röntgenbild dazu sagt

Wenig. Die ICHD-3 schreibt ausdrücklich, dass Befunde in der oberen Halswirbelsäule auf Bildern häufig auch bei Menschen ohne Kopfschmerz vorkommen. Sie sind ein Hinweis, aber kein Beweis. Eine norwegische Studie hat die Bänder und Gelenke am Übergang vom Kopf zum Hals im MRT verglichen, bei Menschen mit zervikogenem Kopfschmerz, nach einem Schleudertrauma und mit Migräne. Es fanden sich keine Unterschiede zwischen den Gruppen. Mehr zu Bildern vom Atlas finden Sie auf der Seite Röntgen und MRT am Atlas.

Zervikogen, Migräne oder Spannungskopfschmerz?

Die drei können sich ähneln, und manche Menschen haben mehr als eine Form.

  • Migräne: Attacken von Stunden bis Tagen, meist pulsierend, stärker bei Bewegung, mit Übelkeit oder Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusche. Nackenschmerzen sind bei Migräne häufig, sie machen daraus aber keinen zervikogenen Kopfschmerz.
  • Spannungskopfschmerz: drückend oder beengend, meist beidseitig, leicht bis mittelstark, ohne Übelkeit, nicht stärker bei Bewegung.
  • Zervikogener Kopfschmerz: einseitig und immer auf derselben Seite, vom Nacken ausgehend, ausgelöst oder verstärkt durch Kopfbewegungen oder Druck am Nacken, mit eingeschränkter Beweglichkeit des Halses. Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit können vorkommen, meist schwächer als bei Migräne.

Einen ausführlichen Vergleich mit Beispielen aus dem Alltag habe ich im Blogbeitrag Kopfschmerzen: Spannungskopfschmerz, Migräne oder vom Nacken? geschrieben. Ein einschießender, nur Sekunden dauernder Schmerz am Hinterkopf passt eher zu einer Okzipitalneuralgie.

Grafik: Wo es typischerweise weh tut – Spannungskopfschmerz beidseitig, Migräne oft einseitig und pochend, Kopfschmerz vom Nacken einseitig vom Hinterkopf nach vorne
Grafik: eigene Darstellung nach ICHD-3 1.1, 2.2 und 11.2.1

Was das für meine Arbeit heißt

Zur Atlaskorrektur selbst gibt es bisher nur wenige Studien, das sage ich offen. Eine Kopfschmerz-Diagnose stelle ich nicht, und mein Ansatz ersetzt die ärztliche Abklärung nicht, er ergänzt sie. Beim Ersttermin lasse ich mir Zeit und untersuche gründlich, wie der Atlas steht, wie beweglich die Halswirbelsäule ist und wie gespannt Muskeln und Gewebe sind. Sehe ich danach keinen sinnvollen Behandlungsansatz, sage ich Ihnen auch das. Wie ich bei Kopfschmerzen arbeite, steht auf der Seite Migräne und Kopfschmerzen.

Vorbereitende Behandlung der Rückenmuskulatur mit dem Vibro-Resonanz-Gerät

Quellen

  • Headache Classification Committee of the International Headache Society: ICHD-3, 11.2.1 Cervicogenic headache. ichd-3.org
  • Headache Classification Committee of the International Headache Society: ICHD-3, 1.1 Migraine without aura. ichd-3.org
  • Headache Classification Committee of the International Headache Society: ICHD-3, 2.2 Frequent episodic tension-type headache. ichd-3.org
  • Headache Classification Committee of the International Headache Society: ICHD-3, 6.5.1.1 Acute headache or facial or neck pain attributed to cervical carotid or vertebral artery dissection. ichd-3.org
  • Al-Khazali HM et al.: Prevalence of neck pain in migraine: A systematic review and meta-analysis. Cephalalgia 2022;42(7):663–673. PubMed 35166137
  • Bogduk N, Govind J: Cervicogenic headache: an assessment of the evidence on clinical diagnosis, invasive tests, and treatment. Lancet Neurol 2009;8(10):959–968. PubMed 19747657
  • Bartsch T, Goadsby PJ: The trigeminocervical complex and migraine: current concepts and synthesis. Curr Pain Headache Rep 2003;7(5):371–376. PubMed 12946290
  • Sjaastad O, Bakketeig LS: Prevalence of cervicogenic headache: Vågå study of headache epidemiology. Acta Neurol Scand 2008;117(3):173–180. PubMed 18031563
  • Knackstedt H et al.: Magnetic resonance imaging of craniovertebral structures: clinical significance in cervicogenic headaches. J Headache Pain 2012;13(1):39–44. PubMed 21947945
  • Jull G et al.: A randomized controlled trial of exercise and manipulative therapy for cervicogenic headache. Spine 2002;27(17):1835–1843. PubMed 12221344
  • Do TP et al.: Red and orange flags for secondary headaches in clinical practice: SNNOOP10 list. Neurology 2019;92(3):134–144. PubMed 30587518

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