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Röntgenbild der Halswirbelsäule von der Seite
Bild: Stillwaterising (CC0), via Wikimedia Commons

Röntgen und MRT: Was man am Atlas sieht – und was nicht

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Viele, die zu mir kommen, bringen Röntgenbilder oder MRT-Befunde mit. Oft steht darin kein Wort zum Atlas, manchmal Begriffe, die beunruhigen. Ich erkläre hier, was die verschiedenen Aufnahmen am obersten Halswirbel zeigen können, wann sie wirklich nötig sind und warum ein Bild allein selten erklärt, woher Beschwerden kommen.

Wann ist ein Bild vom Nacken nötig?

Nach einem Unfall entscheiden Ärztinnen und Ärzte nach festen Regeln, ob die Halswirbelsäule geröntgt oder im CT untersucht werden muss. Die bekannteste ist die Canadian C-Spine Rule. Sie fragt zum Beispiel nach dem Alter, nach einem gefährlichen Unfallhergang und nach Kribbeln in Armen oder Beinen. In der Studie, aus der die Regel stammt, hatten 1,7 Prozent der untersuchten Unfallpatienten eine bedeutsame Verletzung der Halswirbelsäule.

Ob eine Aufnahme sinnvoll ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Funktionsaufnahmen: Röntgen in Beugung und Streckung

Bei einer Funktionsaufnahme wird die Halswirbelsäule einmal mit nach vorn gebeugtem und einmal mit nach hinten gestrecktem Kopf geröntgt. So sieht man, ob sich Wirbel bei Bewegung stärker gegeneinander verschieben als normal. Gesucht wird damit vor allem eine Instabilität, zum Beispiel nach einer Verletzung oder bei rheumatoider Arthritis.

Auch hier ist das Ablesen nicht einfach. In einer Studie mit 72 gesunden Menschen, im Mittel 64 Jahre alt, unterschieden sich die meisten der sieben üblichen Messwerte deutlich zwischen der Aufnahme in Beugung und der in Streckung. Die Autoren betonen, wie wichtig es ist, diese normale Schwankung zu kennen, bevor man einen Wert als krankhaft einstuft.

Upright-MRT: im Sitzen oder Stehen

Ein normales MRT wird im Liegen gemacht. Beim Upright-MRT, auch Positions-MRT genannt, sitzt oder steht man, und der Kopf kann gebeugt, gestreckt oder gedreht werden. Die Idee ist einleuchtend: Manche Veränderungen könnten erst unter dem Gewicht des Kopfes sichtbar werden.

Ob diese Aufnahmen tatsächlich zu besseren Diagnosen führen, ist aber nicht belegt. Eine Bewertung der Gesundheitsbehörde der kanadischen Provinz Ontario hat 2015 nach Studien gesucht, die das Upright-MRT bei Verdacht auf Störungen am Übergang vom Kopf zur Halswirbelsäule mit anderen Verfahren vergleichen. Sie fand keine einzige, die die Einschlusskriterien erfüllte.

Wie ich in meiner Praxis vorgehe

Am Anfang steht die Anamnese: Ich frage nach Ihren Symptomen und lasse mir Ihre Vorgeschichte erzählen. Es folgen eine genaue Untersuchung und Vermessung: Ich untersuche die Atlasposition manuell und funktionell und vermesse die Körperstatik vor der Behandlung und zur abschließenden Kontrolle. Vorhandene Röntgen- und MRT-Befunde schaue ich mir gern an. Sie sind vor allem wichtig, um auszuschließen, was gegen eine Atlaskorrektur spricht. Welche Befunde das sind, steht auf der Seite Kontraindikationen der Atlaskorrektur.

Ich möchte auch bei der Untersuchung mit den Händen ehrlich sein: Eine Übersichtsarbeit zur Tastuntersuchung der Wirbelsäule fand, dass verschiedene Untersucher bei Tastbefunden oft zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Am verlässlichsten waren Tests, ob Druck einen bekannten Schmerz auslöst, und die Beweglichkeit ganzer Abschnitte.

Frank Libossek bei der Atlaskorrektur mit dem Vibro-Resonanz-Gerät

Quellen

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