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Computergrafik von Atlas und Axis mit Wirbelarterie und Nerven
Bild: DrJanaOfficial, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, zugeschnitten

Atlas und Axis – die Kopfgelenke einfach erklärt

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Der Atlas ist der Wirbel, um den sich meine Arbeit dreht. Zusammen mit dem zweiten Halswirbel, dem Axis, und dem Hinterhaupt bildet er die Kopfgelenke. Ich erkläre hier, wie diese Gelenke gebaut sind, welche Bewegungen sie möglich machen und was auf engem Raum durch sie hindurchläuft.

Der Atlas: ein Ring ohne Wirbelkörper

Der Atlas ist der erste Halswirbel, in der Fachsprache C1. Seinen Namen hat er von der Gestalt aus der griechischen Sage, die das Himmelsgewölbe trägt. Er trägt den Kopf.

Anders als alle anderen Wirbel hat der Atlas keinen Wirbelkörper und keinen Dornfortsatz. Er ist ein Knochenring aus einem vorderen und einem hinteren Bogen, dazwischen liegen zwei kräftige Seitenteile. Auf ihrer Oberseite sitzen zwei schalenförmige Gelenkflächen, in denen die Gelenkhöcker des Hinterhauptbeins ruhen. Seitlich ragen die Querfortsätze heraus, mit je einem Loch für die Wirbelarterie.

Schädel von hinten, der Atlas unter dem Hinterhaupt farbig hervorgehoben

Zwei Gelenke, zwei Bewegungen

Die Kopfgelenke teilen sich die Arbeit. Im oberen Kopfgelenk zwischen Hinterhaupt und Atlas nicken wir, das ist die Bewegung für „ja“. Im unteren Kopfgelenk zwischen Atlas und Axis drehen wir den Kopf, die Bewegung für „nein“.

Wie groß der Anteil dieser kleinen Gelenke ist, überrascht viele: Ungefähr die Hälfte der gesamten Drehung der Halswirbelsäule findet allein zwischen Atlas und Axis statt. Den Rest teilen sich die fünf Halswirbel darunter.

Grafik: Im oberen Kopfgelenk nicken wir, im unteren drehen wir den Kopf

Warum diese Region empfindlich ist

Keine anderen Gelenke der Wirbelsäule sind so beweglich wie die Kopfgelenke. Ihren Halt bekommen sie vor allem von Bändern und Muskeln, weniger von der Form der Knochen. Gleichzeitig liegen Rückenmark, Hirnstamm, Gefäße und Nerven dicht beieinander, und die kleinen Nackenmuskeln sind besonders reich an Muskelspindeln, den Sensoren für Lage und Bewegung.

Das erklärt, warum diese Region auf Verletzungen und Überlastung deutlich reagiert. Und es verlangt von jedem, der hier behandelt, besondere Vorsicht. Ich arbeite deshalb ohne Knacken und ohne Manipulation. Vor jeder Behandlung frage ich nach Unfällen, Vorerkrankungen und Warnzeichen. Was eine Behandlung ausschließt, steht auf der Seite Kontraindikationen der Atlaskorrektur; wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen, auf der Seite Neurologische Warnsignale.

Quellen

  • OpenStax: Anatomy and Physiology 2e, Kapitel 7.3 The Vertebral Column (Lizenz CC BY 4.0). openstax.org
  • OpenStax: Anatomy and Physiology 2e, Kapitel 9.4 Synovial Joints (Lizenz CC BY 4.0). openstax.org
  • Gray H: Anatomy of the Human Body, 20. Auflage 1918 (gemeinfrei), Abbildungen 86 und 308.
  • Bogduk N, Mercer S: Biomechanics of the cervical spine. I: Normal kinematics. Clin Biomech 2000;15(9):633–648. PubMed 10946096
  • Kulkarni V et al.: Quantitative study of muscle spindles in suboccipital muscles of human foetuses. Neurol India 2001;49(4):355–359. PubMed 11799407
  • Peltonen H et al.: Variations in the atlantoaxial joint detected by computed tomography in control patients. Radiography 2025;31(6):103183. PubMed 41061502

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