Zum InhaltZum Termin
Online Termin buchenTermin

Vagusnerv-Beschwerden und Atlaskorrektur

Viele meiner Patienten kommen mit einem bunten Strauß an Beschwerden zu mir — Herzrasen, Verdauungsprobleme, Schwindel, Schlafstörungen, ständige Übelkeit.

Jeder Arzt hat etwas anderes gefunden, oder gar nichts. Was diese Menschen oft verbindet:

ein beeinträchtigter Vagusnerv — und eine Fehlstellung des Atlas als mögliche Ursache.

Was ist der Vagusnerv ?

Der Vagusnerv (Nervus vagus) ist der zehnte Hirnnerv und der wichtigste Nerv des parasympathischen Nervensystems. Er ist der längste und am weitesten verzweigte Nerv im menschlichen Körper — und reguliert die Funktion fast aller inneren Organe.

Der Vagusnerv ist zuständig für:

  • Herzrhythmus und Herzfrequenz
  • Verdauung und Darmbewegung (Peristaltik)
  • Magensäureproduktion
  • Regulation von Übelkeit und Erbrechen
  • Stimmungsregulation und Stressantwort
  • Schweißregulation
  • Hungergefühl
  • Gallenproduktion und Fettverdauung

Mit einem Durchmesser von nur 2–3 mm verläuft der Vagusnerv direkt neben der Halsschlagader am Hals — und liegt dabei unmittelbar vor dem Atlaswirbel.

Symptome einer Vagusnerv-Beeinträchtigung

In meiner Praxis sehe ich häufig Patienten, bei denen mehrere der folgenden Beschwerden gleichzeitig auftreten — ohne dass bisher eine gemeinsame Ursache gefunden wurde:

  • Herzrasen (Tachykardie) oder unregelmäßiger Herzschlag
  • Übelkeit und Magenübersäuerung / Sodbrennen
  • Chronische Verstopfung oder Durchfall
  • Schluckbeschwerden oder Kloßgefühl im Hals
  • Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
  • Plötzliche Ohnmachtsanfälle (vasovagale Synkope)
  • Kalte Hände und Füße
  • Übermäßiges Schwitzen oder Gesichtsrötung
  • Schlafstörungen und chronische Müdigkeit
  • Stimmungsschwankungen, innere Unruhe, Angstzustände
  • Nackenschmerzen und Kopfschmerzen
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle im Kopfbereich
  • Schilddrüsenprobleme

Wenn ich solche Patienten sehe und mehrere dieser Symptome zusammenkommen, schaue ich immer zuerst auf den Atlas.

Vasovagale Synkope: Wenn der Vagusnerv plötzlich versagt

Ein besonders eindrückliches Beispiel für Vagusnerv-Probleme ist die vasovagale Synkope — also plötzliche Ohnmachtsanfälle ohne erkennbare Ursache.

Der Mechanismus: Der bereits komprimierte Vagusnerv reagiert bei bestimmten Bewegungen oder Reizen mit einer Überreaktion. Das Herz verlangsamt sich abrupt, der Blutdruck fällt — und der Patient wird ohnmächtig.

Typische Auslöser sind:

  • Plötzliches Aufstehen
  • Rückwärtsneigen des Kopfes
  • Emotionaler Stress oder Schmerz
  • Lange Stehphasen
  • Hitze oder schlechte Belüftung

In meiner Praxis habe ich mehrfach erlebt, dass Patienten nach der Atlaskorrektur keine Ohnmachtsanfälle mehr hatten — obwohl alle vorherigen Behandlungen wirkungslos geblieben waren.

ME/CFS und chronische Erschöpfung — eine unterschätzte Verbindung zum Vagusnerv und Atlas

Ein Beschwerdebild, das ich in meiner Praxis zunehmend häufiger sehe und das mich besonders beschäftigt, ist das Chronische Fatigue-Syndrom (ME/CFS) — Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom. Es handelt sich um eine schwere, oft lähmende Erkrankung, die durch extreme Erschöpfung, nicht erholsamen Schlaf, kognitive Probleme (Brain-Fog), orthostatische Intoleranz und eine charakteristische Verschlechterung nach Belastung (Post-Exertional Malaise) gekennzeichnet ist.

Was mich als Atlaskorrektur-Therapeut besonders aufhorchen lässt: Die Forschung zeigt zunehmend deutliche Verbindungen zwischen ME/CFS, dem Vagusnerv und der oberen Halswirbelsäule. Wissenschaftliche Fallstudien haben dokumentiert, dass Patienten, bei denen eine Einengung der Halswirbelsäule (zervikale Stenose) auf Höhe von C1–C3 festgestellt und behandelt wurde, zum Teil eine deutliche Verbesserung ihrer ME/CFS-Symptome erlebten — darunter weniger Erschöpfung, Verbesserung der orthostatischen Intoleranz und bessere kognitive Funktion. Die Forschungsgruppen betonen dabei die Bedeutung einer sorgfältigen Untersuchung der Halswirbelsäule bei ME/CFS-Patienten, besonders wenn bisherige Behandlungen wirkungslos geblieben sind.

Der Mechanismus leuchtet anatomisch ein: Eine Fehlstellung oder Kompression im Atlas-Bereich kann den Vagusnerv chronisch reizen und dessen Funktion dauerhaft beeinträchtigen. Da der Vagusnerv die Hauptverbindung zwischen Gehirn und Körper ist — und maßgeblich an Erholung, Schlaf, Energieregulation und dem autonomen Nervensystem beteiligt ist — kann seine Störung genau das Beschwerdebild erzeugen, das wir bei ME/CFS sehen. Studien zeigen außerdem, dass ME/CFS-Patienten häufig stark verhärtete Nackenmuskulatur aufweisen, die ihrerseits die Propriozeptoren und Nervenstrukturen im Atlas-Bereich beeinflusst.

Wichtig: Ich möchte hier ehrlich und vorsichtig sein. ME/CFS ist eine komplexe, multifaktorielle Erkrankung — und die Atlaskorrektur ist kein Allheilmittel und kein etablierter ME/CFS-Behandlungsansatz. Aber: Wenn bei einem ME/CFS-Patienten eine Atlasfehlstellung oder eine Vagusnerv-Kompression vorliegt und diese bisher nicht untersucht oder behandelt wurde, dann halte ich es für sinnvoll, diesen Faktor zu prüfen. In meiner Praxis sehe ich immer wieder Patienten mit chronischer Erschöpfung, bei denen die Atlaskorrektur — kombiniert mit Osteopathie — einen spürbaren Beitrag zur Verbesserung leisten konnte. Ich bespreche das immer individuell und ehrlich im Termin.

Zusammenarbeit mit Dr. Alexander Hierl — Spezialist für Burn-out und ME/CFS in München

ME/CFS und Burn-out erfordern eine ganzheitliche und interdisziplinäre Begleitung. Die Atlaskorrektur kann ein sinnvoller Baustein sein — ersetzt aber keine ärztliche Diagnose und Betreuung.

Für Patienten, die neben der körperlichen Behandlung auch eine spezialisierte ärztliche Begleitung suchen, empfehle ich Dr. Alexander Hierl aus München, der sich unter anderem auf Burn-out und ME/CFS spezialisiert hat. Wir kennen uns kollegial und schätzen gegenseitig unsere Ansätze — ein Austausch findet statt, wenn es für den Patienten sinnvoll ist.

Wenn Sie unter ME/CFS oder schwerem Burn-out leiden und sowohl ärztliche als auch therapeutische Unterstützung suchen, sprechen Sie mich gerne an — ich helfe Ihnen, den richtigen nächsten Schritt zu finden.

Häufige Fragen (FAQ)

Kann eine Atlaskorrektur Vagusnerv-Beschwerden wirklich verbessern?

In vielen Fällen ja — wenn die Beschwerden durch eine Kompression des Vagusnervs durch den Atlas mitverursacht werden. In der Erstbehandlung klären wir gemeinsam, ob das bei Ihnen möglich ist.

Wie viele Sitzungen sind nötig ?

Oft reichen 1-2 Sitzungen. Das ist aber individuell verschieden und hängt davon ab, wie ausgeprägt und komplex die Beschwerden sind und wie lange sie schon bestehen.

Ergänzende Osteopathie-Sitzungen richtet sich nach dem individuellen Befund.

Ist die Behandlung schmerzhaft ?

Nein. Die Atlaskorrektur ist sanft und ohne Manipulation. Die meisten Patienten empfinden sie als gut verträglich.

Bei welchen Vagus-Symptomen sollte ich zuerst einen Arzt aufsuchen ?

Bei akutem Herzrasen, Brustschmerzen oder häufigen Ohnmachtsanfällen bitte immer zuerst einen Arzt aufsuchen, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen. Die Atlaskorrektur ist eine ergänzende Behandlung — kein Ersatz für medizinische Abklärung.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten ?

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht. PKVs und einige private Zusatzversicherungen erstatten die Behandlung i.d.R.

Warum Patienten aus München und der ganzen Region zu mir kommen

Auch mit Vagusnervbeschwerden kommen Patienten regelmäßig von weiter weg zu mir, nicht nur aus Unterhaching und dem Münchner Süden, weil sie gehört haben, dass ich mir Zeit nehme und anders schaue.

Was ich meinen Patienten biete:

  • Erfahrung aus über 17 Jahren Praxis mit komplexen Beschwerdebildern
  • Schwerpunkt auf Fällen, in denen bisherige Therapien nicht weitergeholfen haben
  • Biomechanischer und ganzheitlicher Blick — ich sehe den ganzen Menschen und nicht nur das einzelne Symptom
  • Individuelle Behandlung statt Standardprogramm
  • Atlaskorrektur, ergänzt durch Osteopathie und Physiotherapie in meiner Praxis
  • Persönliche Beratung und ehrliche Einschätzung

Neben vegetativen Beschwerden gibt es Zeichen, die keinen Aufschub dulden: eine plötzliche Lähmung, Taubheit im Gesicht, eine Sprach- oder Sehstörung, der stärkste Kopfschmerz Ihres Lebens. Dann wählen Sie sofort die 112. Mehr auf meiner Seite Neurologische Warnsignale.

Kontakt

Marxhofstraße 1

82008 Unterhaching