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Nahaufnahme eines gedrehten Seils vor dunklem Hintergrund
Foto: Gwen Weustink (CC0), via Wikimedia Commons

Die Bänder der oberen Halswirbelsäule

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Die Kopfgelenke sind die beweglichsten Gelenke der Wirbelsäule. Ihre Knochen geben ihnen wenig Führung, den Halt geben vor allem Bänder. Drei davon sind besonders wichtig: das Querband des Atlas, die Flügelbänder und die Membrana tectoria. Ich erkläre hier, was sie halten, was nach einem Unfall mit ihnen passieren kann und was die Forschung dazu wirklich weiß.

Warum brauchen die Kopfgelenke so viele Bänder?

Zwischen Hinterhaupt, Atlas und Axis nicken und drehen wir den Kopf. Etwa die Hälfte der gesamten Drehung der Halswirbelsäule findet allein zwischen Atlas und Axis statt. Damit so viel Bewegung möglich ist, sind die Gelenkflächen flach und wenig geführt. Die Stabilität kommt von einem Geflecht aus Bändern und von den tiefen Nackenmuskeln. Wie die Knochen selbst gebaut sind, beschreibe ich auf der Seite Atlas und Axis.

Schädel von hinten, der Atlas unter dem Hinterhaupt farbig hervorgehoben

Die Flügelbänder bremsen die Drehung

Von der Spitze des Dens ziehen zwei kurze, feste Bänder schräg nach oben zum Rand des großen Hinterhauptslochs: die Ligamenta alaria, die Flügelbänder. In einer anatomischen Untersuchung an 19 Präparaten waren sie etwa 10 bis 13 Millimeter lang und bestanden vor allem aus Kollagenfasern, die sich wenig dehnen lassen.

Die Flügelbänder begrenzen die Drehung des Kopfes und das seitliche Neigen. Dreht man den Kopf nach rechts, bremst das linke Band, und umgekehrt. Am stärksten gespannt sind sie, wenn der Kopf gedreht und gleichzeitig nach vorn gebeugt ist.

Kopfgelenke von hinten geöffnet: Membrana tectoria, Querband und Flügelbänder (englische Beschriftung)
Gray’s Anatomy 1918, Abb. 307 (gemeinfrei), via Wikimedia Commons

Was passiert mit den Bändern bei einem Schleudertrauma?

Bei einem Auffahrunfall wird der Kopf ruckartig nach vorn und hinten geworfen. Wenn er dabei zusätzlich gedreht ist, stehen die Flügelbänder unter der größten Spannung. Darum wurde lange vermutet, dass gezerrte oder eingerissene Bänder die Ursache für anhaltende Beschwerden nach einem Schleudertrauma sind.

Die Bildgebung hat diese Vermutung bisher nicht bestätigt. In einer norwegischen Studie wurden die Bänder von 91 Menschen kurz nach einem Schleudertrauma und ein Jahr später im MRT untersucht, dazu 52 Menschen mit Nackenschmerzen ohne Unfall. Auffällige Signale in Flügelbändern und Querband fanden sich in beiden Gruppen ähnlich oft, und sie veränderten sich im Lauf des Jahres kaum. Eine Auswertung mehrerer solcher Studien kam zum gleichen Ergebnis: Die Veränderungen im MRT hängen nicht mit dem Unfall zusammen. Die Autoren raten davon ab, die Bänder nach einem Schleudertrauma routinemäßig im MRT zu untersuchen.

Ich möchte ehrlich sein: Das heißt nicht, dass Beschwerden nach einem Unfall eingebildet sind. Es heißt nur, dass man sie auf dem MRT-Bild der Bänder meist nicht sieht.

Was das für meine Arbeit heißt

Eine starke und bestätigte Instabilität der Bänder der oberen Halswirbelsäule, eine rheumatoide Arthritis mit Beteiligung der oberen Halswirbelsäule und frische Verletzungen im Hals- oder Kopfbereich schließen eine Atlaskorrektur aus. Das steht auf meiner Seite Kontraindikationen der Atlaskorrektur. Die Atlaskorrektur, die ich anwende, ist keine chiropraktische Behandlung: kein Einrenken, keine ruckartige Manipulation. Ob sie für Sie geeignet ist, kläre ich vor jeder Behandlung in einer gründlichen Untersuchung mit Ihnen.

Quellen

  • Gray H: Anatomy of the Human Body, 20. Auflage 1918 (gemeinfrei), Abbildungen 306 und 307. Wikimedia Commons
  • Bogduk N, Mercer S: Biomechanics of the cervical spine. I: Normal kinematics. Clin Biomech 2000;15(9):633–648. PubMed 10946096
  • Dvorak J, Panjabi MM: Functional anatomy of the alar ligaments. Spine 1987;12(2):183–189. PubMed 3589810
  • Tubbs RS et al.: The tectorial membrane: anatomical, biomechanical, and histological analysis. Clin Anat 2007;20(4):382–386. PubMed 16617439
  • Vetti N et al.: Follow-up MR imaging of the alar and transverse ligaments after whiplash injury: a prospective controlled study. AJNR Am J Neuroradiol 2011;32(10):1836–1841. PubMed 21920865
  • Li Q et al.: Magnetic resonance imaging signal changes of alar and transverse ligaments not correlated with whiplash-associated disorders: a meta-analysis of case-control studies. Eur Spine J 2013;22(1):14–20. PubMed 23143091
  • Song J et al.: Rheumatoid Arthritis in the Cervical Spine: An Updated Review of Epidemiology, Imaging, and Surgical Indications. Spine Surg Relat Res 2026;10(3):331–342. PubMed 42292559
  • Stiell IG et al.: The Canadian C-spine rule for radiography in alert and stable trauma patients. JAMA 2001;286(15):1841–1848. PubMed 11597285

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