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Schaubild Seitenlage: Kissen zu niedrig, der Kopf sinkt ab; passend, der Hals liegt etwa in einer Linie mit dem Rücken; zu hoch, der Kopf knickt nach oben

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Nackenschmerzen nach dem Schlafen – was ein Kissen kann und was nicht

von Frank Libossek | Oktober 31, 2026 | Ursachen & Diagnose

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Morgens ist der Nacken steif, der Kopf lässt sich kaum drehen, und der erste Gedanke gilt dem Kissen. Ein neues Kissen ist schnell gekauft. Was die Forschung dazu sagt, ist allerdings bescheidener, als die Werbung vermuten lässt. Ich fasse hier zusammen, was ein Kissen kann, was nicht, und wann Nackenschmerzen am Morgen ärztlich abgeklärt gehören.

Was Studien zu Kissen zeigen

Es gibt erstaunlich wenige gute Studien zu diesem Thema. Eine Übersichtsarbeit aus Hongkong und Sydney hat 2021 alle Studien zu Kissen und Nackenschmerz bis 2020 gesucht. Neun davon waren von hoher Qualität, mit zusammen 555 Teilnehmenden. Bei Menschen mit chronischen Nackenschmerzen gingen mit bestimmten Kissen aus Latex oder mit Federkern der Nackenschmerz, der Schmerz beim Aufwachen und die Einschränkung im Alltag etwas zurück. Die Effekte waren klein. Die Schlafqualität änderte sich durch das Kissen nicht.

Eine neuere Übersicht von 2025 kommt zu einem noch vorsichtigeren Ergebnis. Von mehr als 29.000 gesichteten Treffern erfüllten nur fünf Studien mit 239 Teilnehmenden die Kriterien. Die Schmerzwerte besserten sich wenig, die Einschränkung im Alltag uneinheitlich, die Schlafqualität nicht messbar. Kein Kissentyp, ob Latex, Schaumstoff oder ein gewöhnliches Kissen, war klar überlegen. Die Autoren sehen nur begrenzte Belege dafür, ein bestimmtes Kissen ergänzend zu nutzen.

Was ein Kissen nicht kann

Ein Kissen behandelt keine Ursache. Wer morgens immer wieder mit Nackenschmerzen aufwacht, hat oft auch tagsüber Beschwerden, und die haben meist mehr als einen Grund. Ich schaue mir darum zuerst genau an, was bei Ihnen zusammenkommt: wie der Atlas steht, die Körperstatik, die Beweglichkeit der Halswirbelsäule, die Kieferfunktion und die Spannung in Muskeln und Gewebe. Wie Nackenschmerzen und obere Halswirbelsäule zusammenhängen können, steht auf meiner Seite Rückenschmerzen & Nackenschmerzen. Ob die Haltung tagsüber eine Rolle spielt, habe ich auf der Seite Haltung, Kopfvorschub und „Handynacken“ zusammengefasst, und wenn Sie nachts mit den Zähnen pressen, lohnt ein Blick auf die Seite CMD: Kiefer, Halswirbelsäule und Haltung.

Frank Libossek untersucht und behandelt den oberen Nacken einer Patientin

Häufige Fragen

Welches Kissen ist das beste?

Das lässt sich nach der Studienlage nicht sagen. Kein Material war in den Übersichtsarbeiten klar besser als die anderen. Ich empfehle darum kein bestimmtes Kissen und keine Marke.

Kann ein neues Kissen meine Nackenschmerzen beseitigen?

Versprechen kann das niemand. Bei chronischen Nackenschmerzen fanden Studien mit manchen Kissen eine kleine Besserung, nicht mehr. Wenn die Schmerzen bleiben, lohnt der Blick auf die Ursache.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Einordnung und stellt keine Heilaussage dar. Wachen Sie mit einer plötzlichen Lähmung, einer Sprach- oder Sehstörung, Taubheit im Gesicht oder dem stärksten Kopfschmerz Ihres Lebens auf, liegt das nicht am Kissen: Wählen Sie sofort den Notruf 112 (Neurologische Warnsignale).