Zum InhaltZum Termin
Online Termin buchenTermin

Blog

Atlaskorrektur bei Migräne: Warum hat mir das niemand früher gesagt?

von Frank Libossek | Mai 26, 2026 | Migräne & Kopfschmerzen

Das ist der Satz, den ich in meiner Praxis am häufigsten höre. Nicht nach der Behandlung — sondern wenn Patienten verstehen, was der Atlaswirbel mit ihrer Migräne zu tun hat. „Warum weiß ich das erst jetzt? Warum hat mir das in all den Jahren niemand gesagt?“ Ich höre diesen Satz so oft, dass ich heute einen ganzen Artikel darüber schreibe.


Die Geschichte, die ich immer wieder höre

Ein Patient kommt zu mir — meistens nach Jahren. Hinter ihm liegen zahlreiche Neurologen, Schmerztherapeuten, Heilpraktiker, Osteopathen, Physiotherapeuten. Er hat Triptane, Betablocker, Magnesium, Akupunktur, Biofeedback und manchmal sogar Botox-Injektionen ausprobiert. Manches hat kurzfristig geholfen, nichts hat die Migräne wirklich nachhaltig verändert.

Dann sitzt er bei mir — und ich erkläre ihm, was der Atlaswirbel ist, wie er direkt neben den Blutgefäßen liegt, die das Gehirn versorgen, wie er Hirnnerven reizen kann, wie er den Liquorfluss beeinflusst, wie er über das Trigeminoservikale System Migräneattacken begünstigt.

Und dann kommt dieser Satz: „Warum hat mir das noch nie jemand erklärt?“


Was genau passiert bei einer Atlasfehlstellung?

Um zu verstehen, warum der Atlas so einen großen Einfluss auf Migräne haben kann, muss man sich die Anatomie einmal ansehen.

Gleich unter dem Schädel sitzt der Atlas, der erste Halswirbel. Durch ihn und um ihn herum verlaufen die Vertebralarterie, die innere Halsschlagader, die innere Drosselvene, der Vagusnerv, die Okzipitalnerven und das gesamte Trigeminussystem. Schon eine minimale Fehlstellung des Atlas kann diese Strukturen komprimieren oder reizen.

Durchblutung: Ich vermute, dass eine Fehlstellung des Atlas die Vertebralarterie oder die innere Drosselvene einengen kann. Eine eingeengte Vertebralarterie würde die Blutversorgung des Kleinhirns und des Gleichgewichtsorgans verringern, eine eingeengte Drosselvene den Blutabfluss aus dem Schädel erschweren. Eine Studie, die das bei Migräne zeigt, habe ich nicht gefunden – es ist meine Erklärung aus der Praxis. Was über die Wirbelarterie bekannt ist, steht auf meiner Seite Arteria vertebralis.

Nervenreizung: Die Okzipitalnerven (C1, C2) versorgen den Hinterkopf und die Schläfenregion. Werden sie gereizt, können stechende Schmerzen vom Nacken in den Kopf ausstrahlen. Dass der Atlas sie reizt, ist meine Vermutung aus der Praxis; belegt ist das nicht. Über das Trigeminoservikale System besteht eine direkte Verbindung zum Trigeminusnerv — dem Hauptschmerznetzwerk im Kopf.

Haltung und Kompensation: Ist der Atlas fehlgestellt, kompensiert der gesamte Körper. Die Nackenmuskulatur verspannt dauerhaft, der Schultergürtel zieht hoch, die Brustwirbelsäule weicht aus. Diese chronische Überbelastung der subokzipitalen Muskulatur ist einer der häufigsten Mitauslöser von Spannungskopfschmerzen und Migräne.

Liquorfluss: Der Atlas beeinflusst den Fluss der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit. Eine Fehlstellung kann diesen Fluss behindern und den Druck im gesamten System verändern — das typische Druckgefühl, das viele Migränepatienten kennen.


Warum hat vorher nie jemand etwas davon gesagt?

Das ist die Frage, die mich am meisten beschäftigt. Und die Antwort ist unbequem.

Die schulmedizinische Ausbildung fokussiert auf Medikamente, auf Bildgebung, auf messbare Biomarker. Der Atlaswirbel taucht in keinem Standard-Untersuchungsprotokoll für Migräne auf. Eine Standard-MRT zeigt die Atlasposition nicht zuverlässig. Die Verbindung zwischen Atlasfehlstellung und Migräne ist in der akademischen Medizin wenig erforscht — nicht weil sie nicht existiert, sondern weil sie schwer zu messen und schlecht zu monetarisieren ist.

Neurologen behandeln Migräne mit Triptanen, Betablockern und Botox — und das aus gutem Grund, denn diese Medikamente helfen vielen Menschen. Aber sie behandeln die Symptome, nicht die mechanische Ursache.

Kein Arzt handelt aus böser Absicht. Das System ist so gebaut, dass bestimmte Zusammenhänge schlicht nicht im Blickfeld sind. Und der Patient zahlt den Preis — mit Jahren des Leidens, mit Unmengen ausprobierter Therapien, mit dem Gefühl, dass niemand wirklich helfen kann.


Was ich meinen Migräne-Patienten mitgebe

Ich möchte realistisch sein: Die Atlaskorrektur ist kein Allheilmittel. Nicht jede Migräne hat ihre Ursache im Atlas. Und nicht jeder Patient spricht gleich gut an.

Aber wenn Sie unter Migräne leiden und noch nie jemand Ihren Atlaswirbel untersucht hat — dann ist das ein blinder Fleck in Ihrer Behandlungsgeschichte, der es wert ist, geschlossen zu werden.

Wenn Sie sich in diesem Artikel wiedererkennen — wenn Sie die langen Therapieodysseen kennen, wenn Sie das Gefühl kennen, dass niemand wirklich zur Ursache vordringt — dann lade ich Sie herzlich ein, sich bei mir in der Praxis vorzustellen.

Ich nehme mir Zeit. Ich erkläre Ihnen, was ich sehe. Und ich sage Ihnen ehrlich, ob ich denke, dass die Atlaskorrektur in Ihrem Fall sinnvoll sein könnte.